DJs und GEMA

Label GEMA GVLDie GEMA hat bei den DJs keinen allzu guten Ruf. Schuld daran sind die komplexen und teuren Gebühren. Jetzt sollen die DJs sogar für Stücke bezahlen, die sie auf Vorrat dabei haben. Was nocht fehlt, sind mehrjährige Ausbildungen als Schallplattenunterhalter, die von der Handwerkskammer geprüft und überwacht werden. Soweit zur dunklen Seite der GEMA. Aber es gibt es ja auch eine Menge produzierender DJs, sprich DJs mit Eigenmaterial, und da sieht die Sache wieder anders aus.

GEMA und Produzenten

Mal ehrlich, jeder Produzent träumt von seinem großen Hit, der weltweit in den Clubs vertreten ist. Zumindest hätt er nix dagegen. Ohne GEMA, die ja mit anderen Verwertungsgesellschaften vernetzt ist, müssten die Stücke eines DJ-Produzenten im internationalen Bereich mit den dortigen Verwertungsgesellschaften selbst abrechnen. Nur, welcher DJ verfügt über juristische und Sprachkompetenzen für Japan, China, die Vereinigten Arabischen Emirate und Turkmenistan? Ohne eigenes Anwalts- und Übersetzungsbüro kann sich kein Produzent eine Eigenvermarktung leisten!

GEMA-Alternative C3S

Wenn es nun, wie von den GEMA-Kritikern wie der C3S gefordert und praktiziert, in Zukunft mehr Konkurrenz zwischen den Verwertungsgesellschaften gibt, dann wird die Lizenzierung für die Produzenten nicht einfacher. Letztendlich werden sich die Künstler und Produzenten nur dann einer GEMA-Alternative anschließen, wenn sie im Verwaltungsaufwand die GEMA nicht übertrifft. Wie das die C3S leisten will, man darf gespannt sein. Im  Gegensatz zur GEMA muss sie ohne die staatliche Unterstützung der GEMA-Aufsichtsbehörde DPMA knackige juristischen und verwaltungstechnischen Aufgaben bewältigen.

Mehr Staat bitte!

Die Lösung kann auch heißen: Mehr Staat bitte! Eine staatliche GEMA mit fairen Gebühren, die sich Clubs und DJs leisten können, ein faires Abrechnungsmodell für Youtube und andere Musikplattformen. Straßenmusik, Schülerbands und Kindergärten von der GEMA-Gebühr ausnehmen. Die Großraumdiscos Marke „Ladys freier Eintritt und Getränkepyramide“ ordentlich bezahlen lassen. Wo ist das Problem? Komm mir jetzt niemand mit der Reichsmusikkammer!

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