Steinbergs Zukunft

Ubuntu NewsEin offener Brief von Steinberg über Installationsprobleme von Cubase und Co. auf Apple-Systemen sorgt für Spekulationen. Gerichtet ist er (vermutlich) an Betatester für Steinberg-Produkte auf Apple. Was steht im Brief, und was steckt zwischen den Zeilen?

Der Steinberg-Brief

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Die wichtigsten Zitate aus dem Brief, der auf der Steinberg-Presseseite nachgelesen werden kann:

  • „Es gibt ein Problem bei der Installation von Steinberg Software auf dem neu angekündigten Apple Betriebssystem OS X Yosemite.“
  • „Als Lösung für mögliche Probleme bieten wir Ihnen ein kleines Software Tool als downloadbare Vorabversion an, das die Installation unserer bestehenden Software Produktpalette auf dem OS X Yosemite Betriebssystem sicherstellen wird.“
  • „Wir sind uns bewusst, dass die dargelegte Problematik Irritationen erzeugen kann. Ich möchte daher nochmals hervorheben, dass der Fehler bereits gefunden und vollständig behoben wurde. Wir stellen damit sicher, dass Sie unsere Software auch auf dem neuen Apple Betriebssystem problemlos verwenden können.“

Analyse

Der Brief ist eigentlich nicht der Rede wert. Probleme bei Betaversionen gibt es ja immer mal wieder, deswegen heißen sie so. Die Frage ist nur, ob es sich nur um ein Problem mit einer Betaversion dreht, oder ob die Karten auf dem DAW-Markt neu gemischt werden. Der letzte Satz lässt aufhorchen: „Wir stellen damit sicher, dass Sie unsere Software auch auf dem neuen Apple Betriebssystem problemlos verwenden können.“ Stand denn die Lauffähigkeit von Steinberg-Software auf dem Mac jemals zur Debatte?

Apples Übernahmepolitik

Es gab früher zwei große Hamburger Hersteller professioneller Audiosoftware, nämlich Emagic und Steinberg. Emagic wurde 2002 von Apple aufgekauft, mit verheerenden Folgen für die Windows-Anwender der Audiosoftware Logic. Die Produktentwicklung für Logic auf Windows wurde eingestellt, Audioproduzenten auf den Mac gezwungen. Kein feiner Zug! Wenn unfertige Songprojekte durch Softwareprobleme verzögert werden, da freut sich der Audioproduzent.
Auch Steinberg wurde verkauft, und zwar 2004 an Yamaha. Im Unterschied zu Logic läuft es auf Windows und Mac.

Steinbergs Unabhängigkeit

Nach diesem seltsamen Brief muss man sich als langjähriger User von Cubase und Wavelab auf Windows Gedanken machen. Gibt es Neuausrichtungen? Ein Aufkauf von Steinberg/Yamaha durch Apple ist zum Glück nicht zu befürchten, aber vielleicht lässt der Brief andere Deutungen zu. Wenn sich nämlich Unstimmingkeiten zwischen Steinberg und Apple andeuten, könnte sich Steinberg andersweitig umsehen, zum Beispiel in der Linuxwelt. Wie wäre es mit der Entwicklung von Cubase und Wavelab für Ubuntu Studio. Es gibt Leute, die dafür gerne bezahlen – nach all den Problemen mit Windows. Ich will Musik machen, und dafür muss ich mich auf die Software verlassen können. Und ja, gute Software darf auch Geld kosten.

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