Youtube vs. Gema

Label GEMA GVLDie Auseinandersetzung zwischen der GEMA und Youtube schlagen im Moment ja hohe Wellen. Da Youtube zu Google gehört, treffen hier echte Schwergewichte aufeinander. Allerdings sind Youtube und die GEMA völlig unterschiedlich gestrickt.

Google-Youtube
Google ist ein Konzern, der erstmal Geld verdienen möchte, und zwar so viel wie möglich. Als Content verwendet Google-Youtube dabei Videos, die von Nutzern hochgeladen werden, die dafür keine Rechte besitzen.

GEMA
Die GEMA ist eine Abrechnungsgesellschaft, die öffentliche Aufgaben erfüllt. Die Gema muss weder wachsen noch Geld verdienen, denn sie handelt nur treuhänderisch im Namen der Musiker. Die Musiker allerdings wollen Geld verdienen, und sie möchten, dass ihre Lieder geschützt werden.

Die Youtube-Methode und die Gema-Reaktion
Youtube hat einfach mal losgelegt und mit dem eigenen Erfolg die Gema auf den Plan gerufen. Natürlich möchte die Gema für die Musiker auch bei Youtube Geld eintreiben, so wie sie  auch bei anderen Anbietern von Streaming und Download kassiert. Ob iTunes, Simfy oder Webradios, sie alle bezahlen einen Anteil ihres Gewinnes an die Gema und andere Verwertungsgesellschaften, damit die Künstler Geld bekommen. Im Sinne der Wettbewerbsgleichheit zwischen Youtube und den anderen Anbietern sollte es nicht sein, dass Youtube hier bevorzugt wird.

Gema Gebühren für kleine Clubs
Auf der anderen Seite muss man sehen, dass sich die GEMA in letzter Zeit besonders bei den kleinen Clubbesitzern nicht gerade beliebt gemacht hat. Es geht um Discos mit echtem Szenepublikum! Wo das Bier noch erschwinglich ist, der Besitzer selbst auflegt, und die Musik nicht nur aus den “Hits der 80er und 90er” besteht. Das sind Perlen der Musikszene, mit kleinen Tanzflächen. Solche Clubs leben von Enthusiasten, die oft genug schon vom städtischen Ordnungsamt in die Mangel genommen werden. Da geht es auch um die Existenzen von DJs und Clubbesitzern, die ihre Musik und ihre Szene leben. Gerade diese Leute fördern  kleine Band- und DJ-Projekte, die lassen auch mal eine Band in ihrer Privatwohnung pennen. 😉 Hier wäre mehr Fingerspitzengefühl gefragt – und  ein Gema-Tarif, der die kleinen Clubs am leben lässt!

GEMA abschaffen?
Die GEMA abzuschaffen hieße, sämtlichen Musikern und Bands die Vermarkung ihrer Lieder selbst zu überlassen. Was übrigens schon immer möglich war und ist! Kein Musiker wird ja in die Gema gezwungen. Die Musiker mit Eigenrepertoire und professionellem Anspruch sind aber zu 99,9 Prozent in der Gema. Die Alternative wäre, sich einen eigenen Stab an Verwaltungskräften zu halten, die dann an der Gema vorbei in Kontakt mit allen Händlern, Radiostationen und Webvertrieben treten. Das wäre ein Rückschritt in die musikalische Kleinstaaterei, den sich nur die etablierten Bands leisten könnten, aber nicht die Newcomer.

GEMA Gebührenhöhe
Als einzig sinnvolle Lösung bietet sich an, die Gebühren der GEMA in der richtigen Höhe anzusetzen. Allerdings geistern hier völlig unterschiedliche Zahlen durch die Medien, und zwar von 0,375 Cent pro Youtubestream bis zu 12 Cent. 12 Cent pro Stream sind sicherlich zu hoch. Aber man braucht das Geld  Google nicht in den Rachen zu werfen. Google ist eine Aktiengesellschaft, und keine gemeinnützige Organisation. Von den Youtube-Überschüssen profitieren die Google-Aktionäre, und nicht die Musiker.

0,375 Cent pro Youtube-Stream
In der Musikindustrie gelten 1 Million Klicks als lohnenswerter Einstieg in einen ordentlichen Plattenvertrag – für alle Beteiligten. Von 1 Million Klicks auf Youtube träumen jeder Musiker und jedes Label. Rechnet man das grob durch, dann kommt man bei 0,375 Cent pro Stream und 1 Million Klicks auf Gemagebühren von 3000 Euro. Das wäre ein fairer Preis, mit dem Musiker, Labels und Youtube leben könnten. Für eine normale Musikpromotion werden heute rund 20.000 Euro angesetzt, da wären 3000 Euro also keine Mondsumme. Das Label könnte sich mit 50% an den Kosten für Youtube beteiligen. Bei 1 Million Klicks wäre der Act mit 1500 Euro für die Gemagebühren auf Youtube erfolgreich promoted, und das Geld käme über CD-Verkauf, Streaming und Download wieder rein. Der Gewinn wird dann an Musiker und Label verteilt, direkt und an die Musiker noch einmal über die GEMA. Wo ist das Problem?

Music on Demand vs Webradio und Clubbetrieb
Youtube liefert Musik auf Abruf, sprich Music on Demand. Bei Webradios und Clubs dagegen sorgen die DJs mit ihrem Gespür für die richtige Stimmung. Das ist eine Leistung, die mehr belohnt werden sollte. Also muss die Forderung an die Gema lauten: Nehmt das Geld von Google und Youtube, und gebt es der Szene zurück. Runter mit den Gebühren für kleine Clubs, Webradios und Bands mit Eigenrepertoire! Denn da sind die Leute, die ihr Geld nicht in Googleaktien investieren, sondern dahin bringen, wo die Musik spielt.

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